FISS - Frankfurter Institut für Stimmstörungen & Sprachstörungen

 

Myofunktionelle Störungen

Myofunktionelle Störungen äußern sich durch eine beim Schlucken und häufig auch bei der Artikulation des /s/ zu weit nach vorne drückende Zunge. Durch die dadurch entstehenden fehlerhaften Kraftrichtungen wird der Kiefer inkorrekt ausgeformt und es kommt zu einem zu geringen Breitenwachstum des Oberkiefers. Nachfolgend kann es zu kieferorthopädischen Problemen wie Kreuzbiss, etc. kommen.
Manchmal liefern orthopädisch problematische Kieferformen (z.B. genetisch bedingte) den Ausgangspunkt für entstehende myofunktionelle Störungen.
Oft beteiligt ist der sogenannte Sigmatismus – das Lispeln (die Zunge befindet sich bei der Artikulation des /s/ an oder zwischen den Zähnen).
Myofunktionelle Störungen sind häufig auch für den Laien zu erkennen an dauerhaft offenen Lippen, dadurch ausgeprägter Mundatmung oder durch eine oft von Speichel angefeuchtete Lippenumgebung.
In der Therapie werden Zunge und Lippen, nötigenfalls auch die mimische Muskulatur durch mundmotorische Übungen, das Ballovent-System oder den Position-Trainer gekräftigt, in ihrer Koordinationsfähigkeit gestärkt und die intraorale Wahrnehmungsfähigkeit vergrößert. Des weiteren wird die korrekte Artikulation des /s/ aufgebaut, falls nötig auch andere beteiligte Zischlaute.
Außerdem wird die Schluckfunktion korrigiert, und ein dauerhafter Mundschluss erreicht.
Bei Kindern werden diese Veränderungen möglichst spielerisch erarbeitet.